Donnerstag, 17. Dezember 2009

Valparaíso












Der Name haelt, was er verspricht: ich glaub, ich bin im Paradies! Nach der naechtlichen Andenueberquerung unter Sternenhimmel, die aufgrund der Grenzkontrollen (die machen hier aber auch aus allem einen Job- es hat ewig gedauert) wenig Schlaf zuliess, checkte ich in eine kleine Herberge ein. Endlich mal ganz allein ohne die ueblichen Backpacker-Kontakte in den Hostels und dadurch Zeit fuer meine Lektuere (momentan Kafka- faszinierend!). Die letzten Tage habe ich damit verbracht, dieses zauberhafte Staedtchen, das den Weltkulturerbe-Status definitiv verdient hat, zu erkunden. Es erinnert mich ein klein wenig an Bergen in Norwegen. Ich liebe diese Mischung aus heruntergekommenem Kolonialprunk, Fischerhafen, Sonnenschein und Nebel, bunten Haeusern an den Huegeln, niedlichen, alternativen Cafés, toller Aussicht, Ascensores (Aufzuege an den Bergen, die nicht so aussehen, als ob sie noch funktionieren- tun es aber), Streetart, Duft von Kaffe, Gebratenem, Meer, Gewuerzen, Sommer, kandierten Nuessen, Kuchen und Rauch...
Als ich eine Frau fragte, wie der Berg heisse, den ich im Begriff war, zu erklimmen, legte sie mir nahe, dass es sehr gefaehrlich sei, weiterzugehen ("Por qué?" "La gente!"). Da die ganze Wanderei meinem noch immer etwas angeschlagenen Fuesschen eh nich besonders gefiel, liess ich Vernunft walten und kehrte um. Und da ich schon gar nich im Dunkeln rumlaufen sollte, liess ich auch das abendliche Treffen mit einem Kommilitonen von Malte, der hier grad wohnt, sausen.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Mendoza











Tja, ich vermisse die Jungs noch immer ein bisschen. Muss mich wohl erst daran gewoehnen, Leute kennen und lieben zu lernen und mich dann wieder von ihnen zu trennen. Hier in Mendoza hab ich bisher eine Radtour durch die Stadt gemacht mit 2 Typen (aus Schweiz + Frankreich), bei der ich mit dem Vorderreifen in einem Gullischlitz mitten auf der Strasse stecken geblieben bin (haha!), einem abendlichen, klassischen Gratis-Tango-Konzert auf dem Haupt-Plaza gelauscht, einer Weinproben-Radtour in einem Nachbarort beigewohnt, denn hier ist eine sehr renomierte Weingegend. Heute hab ich einen gefuehrten Tagestrip mit'm Bus in die Anden zum Aconcagua, dem hoechsten Berg der westlichen Hemisphaere (knapp 7000 m), gemacht. Ich haette nichts dagegen gehabt, die Tour allein zu machen, aber prompt stieg ein 23-jaehriges norwegisches Maedchen ein und setzte sich neben mich... ;). Die Berge sind gewaltig!! So schroff, so riesig, schneebedeckte Gipfel, am Drehort von "7 Jahre in Tibet" (wie paradox!) vorbeigekommen, am Inkatrail und erstaunlichen Naturwundern.

Morgen werde ich nach Chile fahren.
Kurzes Zwischenfazit: Ich haette mir nie traeumen lassen, dass es wirklich so gut wird; ich glaub, noch nie hab ich so oft gedacht: "Boah, ist das grad perfekt." Ich habe den Eindruck, so viel zu lernen; ueber Kulturen, ueber mich selbst und ueber das Leben. So viele interessante Gespraeche und dann immer wieder diese grandiose Natur! Ich bin extrem dankbar fuer das alles hier!

Freitag, 11. Dezember 2009

Salta
























So liebe Leute,

dank verstauchten grossen Zehs (--> fruehmorgendlicher Spaziergang nach lustigem Clubbesuch bei Nieselregen in kaputten Latschen) habe ich endlich mal wieder Zeit zu schreiben. Da denkt man, man hat Ferien und dann immer dieser Freizeitstress... ;)

Also in Iguazu hatte ich noch ne gute Zeit, mit heftigsten Tropenschauern, abendlicher Party mit Poolbesuch, Reggeaton (was sonst?!) und Tanz.
Es ist voll interessant, was man hier fuer Leute trifft und was die teils fuer Geschichten zu erzaehlen haben und ich find es cool, wie allein das Sprechen der selben Sprache Grund genug ist, ein Gespraech zu beginnen.

Am 3.12. bin ich 23 Std. mit dem Bus durch die Pampa gefahren, um Salta, ein wunderschoenes Staedtchen in den ersten Andenauslaeufern, zu besuchen. Am naechsten Tag bin ich zuerst in ein Kunstmuseum gegangen und hab mich dann mit 2 supernetten Jungs aus'm Allgaeu getroffen, die ich in Iguazu kennengelernt hatte. Zusammen haben wir nach einem Bad im Hostelpool einen Berg erklommen, von dem aus man eine gute Sicht auf Salta hat. Abends gab's wieder traditionelles Asado (Grillen) im Hostel. Sehr gesellig; mit Band und dem besten Fleisch ever! Danach ging's mit diversen Leuten in einen Club, der wieder nicht wirlich nach meinem Geschmack war, aber das war egal und wir hatten trotzdem sehr viel Spass.
Am folgenden Tag sind die beiden Allgaeuer und ich spontan mit einem saucoolen Ami in seinem gemieteten Auto nach Cafayate aufgebrochen: genial! Atemberaubende Landschaft (Berge + Felsen in allen Farben und Variationen), die sich so schnell aenderte, dass es nie langweilig wurde auf der 5-stuendigen Fahrt. Dazu Trentemoeller aus den Boxen: ein wahrgewordener Traum!! Vereinzelt aermlichste Huetten, ein paar Ziegen, Schafe oder Lamas in the middle of nowhere.
In Cafayate uebernachteten wir in einem gemuetlichen Hostel. Am naechsten Tag ging's weiter nach Cachi -ein noch winzigerer Ort- ueber katastrophale Schotterpisten durch wieder andere, total unwirkliche, marsaehnliche Landschaften (Riesenkaktus-Felder, ein Sand-Wirbelsturm in der Ferne, eine Vogelspinne auf der Strasse, unendliche Weiten, ploetzlich mitten im Nebel und Eiseskaelte auf 3600 m Hoehe, wilde Lamas). Abends trudelten wir mit dem letzten Tropfen Benzin wieder in Salta ein. Genau in dem Moment, als das Auto seinen Geist aufgab, kam die erste Tankstelle in Sicht, die wir in den letzten 2 Tagen gesehen hatten! :) Alles in allem ein genialer Trip mit 3 hotten Boys! Abends dann noch nette Gespraeche bei Wein und Wurst.

Vorgestern bin ich mit einem Israeli (wieder ca. 20 Std.) nach Mendoza gefahren (-es scheint, als koennte es schwierig werden, ueberhaupt mal alleine zu reisen ;) -), wo ich jetzt bin und meinen Fuss ruhig halten muss.

Bald geht's dann nach Chile rueber, um mich mit der Familiy zu treffen und endlich mal wieder etwas Luxus zu geniessen!

Ihr hoert von mir! Liebe Gruesse!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Iguazu-Falls




Nach 18 Stunden Busfahrt im komfortablen Liegebus endlich Dschungel, endlich richtiges Suedamerika-Feeling. Ich kann kaum glauben, dass das hier auch Argentinien ist.
So etwas Gewaltiges wie heute habe ich glaube ich noch nie gesehen! Das war unbeschreiblich!
Alles voller bunter Schmetterlinge, Voegel, Leguane, Nasenbaeren, Geier...zum Greifen nahe...und dann diese unglaublichen Iguazu-Wasserfaelle! David und ich sind auf den befestigten Stegen den ganzen Tag herumgelaufen und mit einem Boot mitten in den Spruehregen der Falle gefahren, um pitschnass zu werden! Wunderbar!
Wir wohnen in einem Super-Hostel (ein ehemaliges Casino). Bei Vollmond heut ein naechliches Bad im zugehoerigen Swimming-Pool und ein sehr netter Abend mit anderen Backpackern an der Bar draussen! Genial!

Sonntag, 29. November 2009

Thanksgiving und mehr



sah ich neulich auf meinem Weg zum Bahnhof
Letzten Donnerstag war ja Thanksgiving. Da hat Josh (amerikanischer Sprachschulkamerad) ein paar Leute in sein neues Apartement zum Dinner eingeladen. Wir waren schwer beeindruckt: moderne Wohnung mit Balkon im 13. Stock eines Towers mit Ausblick s. Bild 2. Nachdem die Platte vom Herd expodiert war (irrtuermlicherweise war sie als Koch- anstatt Schutzplatte verwendet worden; zum Glueck wurde niemand verletzt!), dinierten wir im 6 Stockwerke weiter oben gelegenen Essraum mit verglaster Front (Bild 2). Matt und ich hatten bei unserer Ankunft noch Witze darueber gemacht, da oben zu essen, als wir das von unten aus der Ferne sahen..! Also, es war wunderbar. Sean hielt noch einen kleinen Vortrag ueber den Ursprung von Thanksgiving und jeder sagte vor dem Essen kurz, wofuer er dankbar ist ("Hier zu sein!").

Am naechsten Tag spielte Josh in einer argentinischen Band seinen ersten Gig als Bassist. Mit Leah schaute ich zu; auf der gut besuchten Dachterasse einer tollen Bar im Szene-Viertel "Palermo Hollywood" bei einem Glas Wein. Auessert lauschig!

Mein Spanischkurs ist vorerst beendet. Bin immerhin bis Nivel A2 gekommen. :-/
Heute abend fahre ich mit David (deutscher Sprachschulkamerad) richtung Iguazu-Wasserfaelle und von da aus werd ich dann meine Reise allein ueber Mendoza nach Chile fortsetzen! Ahoi!

Montag, 23. November 2009

Meine Woche

Einige Highlights der letzten Woche waren: Tangostunde (habe immerhin den Basicstep gelernt), interessante Andy Warhol-Ausstellung im Museum, eine froehliche Nacht an der Hostelbar, Asado (typisches Barbecue) in unserem Garten mit Freunden von der Sprachschule...koestlich und sehr nett --> ein weiteres Mal in den Genuss der scheinbar schier unerschoepflichen Gastfreundschaft Marie-Theres' und Achims (meine Verwandten) gekommen, ein argentinisches Fussballspiel (La Boca vs. Gimnasia): das war echt ein Erlebnis...sassen ganz oben auf den Raengen und konnten die Leute in den Fanblocks ordentlich abgehn sehn..mit Trommeln, Trompeten und jeder Menge Fanchoere! ...to be continued

Montag, 16. November 2009

Eindruecke



Dies sind die Slums, die sogenannten "Villas", die ich jeden Morgen auf der Fahrt vom reichen Martinez in die Innenstadt sehe.


Als ich letzten Freitag mit ein paar Leuten in einer Bar sass, kam ploetzlich Nebel auf uns zu. Ich dachte "oh, wie cool, sie machen die Nebelmaschine an"...und dann "ooh, das is aber ganz schoen viel Nebel.." und als uns die Wolke dann komplett einhuellte und uns der Atem stockte, wurde ziemlich schnell klar, dass dies kein getrocknetes Eis war. Alle mussten die Bar verlassen und es stellte sich raus, dass jemand spassenshalber mal den Feuerloescher betaetigt hatte...haha! Die restliche Nacht hatte wir dann dieses weisse Zeug auf den Haaren und Klamotten.


Hier gibt es so viele kleine Dinge, die so anders sind als bei uns und die ich alle gar nicht aufschreiben mag, aber z.B. gibt es hier professionelle Gassigeher; die haben dann so bis zu 15 Hunde an der Leine und fuehren sie gleichzeitig aus. Und alle Leute, die auf einen Bus oder Zug warten, stellen sich in einer schnurgeraden Linie an, was in voelligem Kontrast zum Rest des Verkehrschaos steht...


Eben war ich -wie auch letzten Montag- bei einer grossartigen Percussion-Show...rappelvoll, es wird ordentlich getanzt (siehe oberes Bild), die Stimmung ist super, coole Leute. Weil ich nachts nicht allein nach Hause fahren sollte (da es zu gefaehrlich ist) schlafe ich heut mal wieder in einem Hostel. Das Hostel hier ist sehr cool und kostet nur wenig mehr als die Taxifahrt raus nach Martinez.